

28.05.2024 //
Merchandising-Fakes zur EM. So schützt du dein Produkt! Am Beispiel des DFB
Im Expertview erklärt uns Stefanie Peesel (Sales Manager, Integritag), warum Fälschungen besonders im Merchandising weit verbreitet sind und gibt Einblicke, wie Integritag den DFB im Kampf gegen Trikotfälschungen unterstützt.
1. Wie verbreitet sind Fälschungen im Markt? Und was ist im Bereich Merchandising zu beachten?
Der Handel mit gefälschten Markenprodukten ist auch in Deutschland ein großes Thema. Gerade ist die neue Jahresstatistik vom deutschen Zoll für das Jahr 2023 veröffentlicht worden:
20.000 Aufgriffe; 3,3 Mio. Fälschungen mit einem Wert von über 200 Millionen € wurden beschlagnahmt.
Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft verursachte Produktpiraterie bei deutschen Unternehmen 2022 Schäden von mehr als 60 Milliarden Euro im Jahr.
Es ist mittlerweile jedes Produktportfolio betroffen. Die gefälschten Markenartikel erstrecken sich über nahezu alle Branchen von Spielwaren über Kosmetikprodukte bis hin zu Medizinprodukten und Consumer Electronics.
Im Bereich Merchandising ist besonders zu beobachten, dass hier ca. 30% wissentlich eine Fälschung kaufen. Daher ist es wichtig, dass die Hersteller ihre Kunden darüber informieren, dass es Nachahmer und Fälscher gibt und die Konsumenten darüber aufklären, woran sie Originale erkennen können.
Durch Fakes können, abhängig von den Produkten, die unterschiedlichsten Risiken entstehen. Dies betrifft zum einen Unternehmen, die neben starken finanziellen Einbußen auch mit Imageverlusten rechnen müssen. Beide Faktoren, die sich negativ auf das wirtschaftliche Ergebnis auswirken können und im schlimmsten Fall zu Entlassungen führen.
Zum anderen stellen Fakes ein erhebliches Risiko für Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher dar. In der Textilindustrie beispielsweise können gefälschte Kleidungsstücke, die aus minderwertigen Materialien hergestellt werden, Hautreizungen oder allergische Reaktionen verursachen.
Bei Spielzeug können die von Fälschern verwendeten billigen Materialien gesundheitsschädlich für Kinder sein, da oft keine Sicherheitsprüfungen stattfinden.
2. Mit welchen Massnahmen und Strategien arbeitet ihr dagegen? Was sind Echtheitszertifikate?
Echtheitszertifikate sind physische oder digitale Nachweise, die die Echtheit eines Produktes bestätigen. Sie dienen als offizieller Beleg dafür, dass ein Artikel von einem bestimmten Hersteller stammt und bestimmten Qualitätsstandards und Prüfungen entspricht. Echtheitszertifikate spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Fälschungen.
Eines unserer Echtheitszertifikate sind Hologrammlabels. Sie sind eine effektive Methode im Kampf gegen Produktpiraterie und zur Sicherung der Authentizität von Waren. Hologramme sind mehrschichtige optische Verifikationsmerkmale, die sich beim Betrachten aus verschiedenen Winkeln verändern. Hologramme können speziell für eine Marke oder ein Produkt gestaltet werden.
Firmenlogos, ausgewählte Grafiken oder anderer markenspezifische Elemente, können umgesetzt werden. Unsere Hologramme werden im Labor als unbedenklich getestet, damit sie zum Beispiel auch auf Spielzeugverpackungen angebracht werden dürfen. Die Komplexität, die mit der Herstellung echter ist, setzen die Hürde für Fälscher sehr hoch.

3. Wie schützt sich eine Marke wie der DFB, für den der Markenschutz im Rahmen der Fussball-EM besonders wichtig ist, gegen Fälschungen?
Wir arbeiten nun schon seit 2018 mit dem DFB zusammen. Nur vom DFB freigegebene Partner können von uns Hologramme bestellen. Diese werden dann auf den Produktverpackungen oder Hang-Tags angebracht. Ein einmal aufgeklebtes Hologramm lässt sich nicht mehr rückstandslos entfernen, es wird beim Versuch des Ablösens zerstört.
In einem kurzen Video seht ihr nun, wie das DFB-Hologramm aufgebaut ist. Aus Sicherheitsgründen gehen wir nur auf die Elemente ein, die mit dem bloßen Auge zu erkennen sind.

Wenn der Zoll nun eine Sendung mit DFB-Trikots beschlagnahmt, kann schnell geprüft werden, ob es sich um ein Original-Produkt handelt.
Es gibt bestimmte Merkmale, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind, diese sind aber dem Zoll bekannt und er kann gezielt danach suchen. So können Fälschungen schnell identifiziert werden.
Sollte es einem Fälscher doch einmal gelingen, ein gutes Hologramm nachzubilden können wir deren Echtheit im Labor widerlegen.
4. Ausblick: Welche Möglichkeiten bieten sich zukünftig neben dem Schutz vor Fälschungen?
Wir arbeiten gerade daran das Hologramm noch nachhaltiger zu produzieren. Hierauf liegt ein großer Fokus für die Zukunft.
Zudem möchten wir den Kunden ermöglichen neben dem Fälschungsschutz auch mit seinem Kunden in Kontakt zu treten. Der serialisierte QR-Code in Kombination mit den Hologrammen ist eine großartige Möglichkeit hierfür.
Beim serialisierten QR-Code können die hinterlegten Inhalte jederzeit angepasst oder auch unterschiedliche Inhalte, je nach Ort des Scans oder Produkt hinterlegt werden.
Die Scanraten und weitere Klicks können von uns analysiert und ausgewertet werden.
Wer weitere Fragen zu diesem Thema hat, kann sich gerne an uns wenden.
Kontakt
Integritag GmbH
Stefanie Peesel (Sales Manager)
E-Mail: stefanie.peesel@all4labels.com
Web: www.all4labels.com
