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28.05.2025

Generation Alpha – Marken, Marketing & Co.

Erst letztes Jahr beschäftigten wir uns mit der Generation Z als Sponsoring-Zielgruppe. Heute haben wir «Gen Alpha» im Fokus. Wie können Marken die Zielgruppe authentisch ansprechen und langfristige Beziehungen aufbauen?

facts marketing

Vertrauen über Erlebnisse aufbauen

Die Generation Alpha ist die erste Generation, die mit Smartphones, Tablets, Smart Speakern und KI aufwächst und dadurch bereits früh über Plattformen wie YouTube, TikTok, Netflix oder Meta medial geprägt wird. Selbstbestimmung und eine starke familiäre Prägung zeichnen die Generation Alpha aus, legen Wert auf Bildung, Gesundheit, Nachhaltigkeit und digitale Kompetenzen. 

Es ist daher wichtig, Vertrauen über Erlebbarkeit, Glaubwürdigkeit und gesellschaftlicher Relevanz aufzubauen - nicht nur online, sondern auch im echten Leben, sei es beim Sport, in der Familie oder durch Bildungs- und Umweltprojekte. Family-Marketing entfaltet Wirkung, wenn Marken gemeinsame, sinnstiftende Erlebnisse für Kinder und Eltern schaffen. Beispiele wie McDonalds, LEGO oder Netflix zeigen vor, wie das gelingen kann. 

Und der echte Gamechanger? Partizipation und Vorbilder mit Haltung. Wer zum Beispiel inspirierende Persönlichkeiten - etwa im Sport - glaubwürdig einbindet und nicht nur bewirbt, schafft nachhaltige Bindung. Kinder identifizieren sich mit Menschen und Emotionen, nicht mit Logos. 

Dominik Schwarzmann, Geschäftsführer, facts marketing

Nielsen

Neue Spielregeln für eine neue Generation

Die Gen Alpha – geboren ab 2010 – zeigt trotz rasant veränderter Lebenswelten weiterhin ein starkes Interesse an Sport, insbesondere Fußball. Doch während frühere Generationen durch Vereins- und langfristige Markentreue geprägt waren, ticken Alphas anders: wie Studien von Nielsen Sports belegen, konsumieren sie Inhalte schnell, meist über Social Media, springen zwischen Themen und Marken, und ihre Aufmerksamkeit ist begrenzt – ein klarer Effekt des digitalen Info-Overloads.

Ihre Freizeitgestaltung ist flexibel und stark durch Peer-Groups beeinflusst. Klassische Vereinsbindungen verlieren an Bedeutung, stattdessen stehen einzelne Spieler als Identifikationsfiguren im Vordergrund. Marken, die in dieser Zielgruppe bestehen wollen, müssen ihre Strategie anpassen: Authentizität statt Tradition, einfache, snackbare Inhalte statt komplexer Kampagnen und Testimonials aus dem digitalen Lebensraum der Gen Alpha – Influencer, Lifestyle- und Sportikonen, die auch relevant für ihre Peers sind.

Zukunftsorientierte Marken müssen lernen, sich flexibel und glaubwürdig in dieser dynamischen Welt der Gen Alpha zu bewegen, um langfristige Verbindungen aufzubauen – auch wenn sie heute nur einen „Wimpernschlag“ dauern.

Torsten Vennemann, Market Lead (DACH + Eastern Europe), Nielsen Sports

Sports Pioneers

Marken müssen mehr bieten als nur Produkte

Generation Alpha denkt digital, fühlt nachhaltig und entscheidet früh selbstbewusst mit. Wer hier als Marke punkten möchte, muss mehr sein als nur ein Produktanbieter: Er muss Werte authentisch leben, transparent kommunizieren und echten Mehrwert bieten – digital, analog und vor allem interaktiv. Bildung, Nachhaltigkeit und Family-Marketing sind dabei Schlüsselfaktoren die es clever einzubinden gilt.

Bei SPORTS PIONEERS glauben wir: Wahre Kundenbindung entsteht durch das WOW-Erlebnis, das Beziehungen emotional vertieft und ökonomisch stärkt. Der Gamechanger liegt im Experience Design – in Erlebnissen, die Gaming, Bildung und Echtzeit-Storytelling verbinden und Stilgruppen statt Zielgruppen ansprechen. Generation Alpha fordert nicht nur personalisierte Inhalte, sondern partizipative Erlebnisse auf Augenhöhe. Wer dieser Generation gerecht werden will, muss Markenbeziehungen völlig neu denken – intensiv, relevant und nahbar.

Stephan Peters, Geschäftsführer, SPORTS PIONEERS

IRIS Sport

Schlüsselfaktor Eltern

Marken, die früh Vertrauen bei der Generation Alpha aufbauen wollen, müssen echte Relevanz im Alltag dieser jungen Zielgruppe schaffen – und das beginnt über die Eltern.

Unsere Forschung zeigt: mehr als 70 % der Kaufentscheidungen für Kinderprodukte werden von Eltern beeinflusst, die zunehmend auf Werte wie Nachhaltigkeit und Bildung achten. Marken, die diese Themen glaubwürdig besetzen, positionieren sich langfristig als vertrauenswürdig.

Family-Marketing wirkt dabei wie ein Brückenkopf: Inhalte, die gemeinsam erlebbar sind, schaffen emotionale Bindung. Der eigentliche Game-Changer liegt aber in der Authentizität und Kontinuität – junge Zielgruppen sind extrem sensibel für unauthentisches Verhalten. Nachhaltigkeit darf kein Kampagnen-Buzzword sein, sondern muss im Handeln spürbar sein.

Frühzeitig relevante Touchpoints zu schaffen – z. B. über Bildungspartnerschaften oder soziale Plattformen im Kinder- und Familienkontext – ist entscheidend, um Markenbindung aufzubauen, bevor klassische Werbung überhaupt wirken kann. 

Peter Weber, Managing Director & Geschäftsführer, Intelligent Research in Sponsoring GmbH

COPE

Marketing muss nicht neu gedacht, nur neu platziert werden

Roblox statt Spielplatz, TikTok statt Fernsehen – die Gen Alpha (also Kinder und Teenager geboren ab 2010) wächst in einer Welt auf, in der digitale Plattformen und Instant-Content Alltag sind. Für Marketer:innen ist das eine Herausforderung – und eine Chance.

Die schlechte und zugleich gute Nachricht: Es gibt keine Zauberformel. Aber: Wer diese Generation erschließen will, muss sich auf deren schnelllebige Medienwelt einlassen. Die Gen Alpha liebt visuelle, interaktive Formate – TikTok, YouTube, Roblox und Minecraft zählen zu den wichtigsten Touchpoints.

© COPE

Wer diese Kanäle, deren (visuelle) Sprache und vor allem deren Humor versteht, kann unabhängig vom Produkt punkten. Wichtig bleibt wie immer: Am Ende muss es dennoch authentisch wirken. Unternehmen, die auf den relevanten Plattformen aktiv sind – etwa durch Creator-Kooperationen, eigene Kanäle oder In-Game-Präsenzen – zeigen: Wir verstehen euch. Und genau das zählt. Bonus-Punkte für jene, die einen vertikal rotierenden Fisch einbauen – aber das versteht wieder nur die Generation Alpha.

Hana Greiner, Creative Director, COPE

YouGov

Klare Entwicklungen sind zu erkennen

Aufgrund der Altersstruktur der noch sehr jungen Gen Alpha und der damit verbundenen Datenlage, können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine direkten Aussagen zu den Einstellungen und Präferenzen der heranwachsenden Generation machen.

Basierend auf Daten zur Altersgruppe der aktuell 18- bis 24-Jährigen im Vergleich zu Daten älterer Kohorten ziehen wir aus unserer forscherischen Erfahrung zum jetzigen Zeitpunkt folgende Rückschlüsse: Junge Menschen vertrauen stärker als ältere auf ihr persönliches Umfeld, bestehend aus Freunden und Familie, aber auch auf allgemeine Medien und Nachrichten, und sind diesen gegenüber weniger kritisch eingestellt. Dieses ausgeprägte „Grundvertrauen“ kann von Marken strategisch genutzt werden, um junge Menschen zu überzeugen und sie langfristig an ihre Produkte oder Dienstleistungen zu binden.

Zu bedenken gilt aber, dass junge Menschen kritischer als ältere auf ethisches und moralisches Verhalten von Marken schauen, und durchaus bereit sind, ihre Kaufentscheidungen zu überdenken. Eine klare und deutliche Positionierung zu gesellschaftlichen Themen, wie u.a. zu Tierwohl, Menschenrechte oder Klimafragen, ist in der Zielgruppe durchaus erwünscht. Dieser Trend wird sich wahrscheinlich in den heranwachsenden Zielgruppen fortsetzen, wobei die Bedeutung medialer Kanäle für die Wahrnehmung von Marken und deren Aktivitäten weiter an Relevanz gewinnt.

Felix Leiendecker, Head of Data Products DACH, YouGov

kids&fun consulting

Familien-Community ansprechen und Kinder einbeziehen

Die Generation Alpha wächst in einer Welt auf, in der Erlebnis, Haltung und Partizipation den Unterschied machen. Wer früh Vertrauen aufbauen möchte, muss nicht lauter, sondern relevanter sein – und echte Mehrwerte für Kinder und ihre Familien bieten. Bildung wird dabei zum Schlüssel: Edutainment-Formate, Gamification und kreative Markenerlebnisse ermöglichen Kindern, mit Marken zu lernen, zu lachen und zu wachsen. Nachhaltigkeit ist längst kein Trend mehr, sondern eine Grundhaltung, die Marken durch kindgerechte Geschichten und erlebbare Aktionen authentisch vermitteln müssen.

Der wahre Gamechanger? Family First. Denn wer Familien als Community versteht – und Kinder als ernstzunehmende Zielgruppe mit eigenem Blick auf die Welt – schafft nicht nur Awareness, sondern emotionale Bindung. Und genau hier beginnt nachhaltiges Brand Building für Gen Alpha: mit Haltung, Herz und einem tiefen Verständnis für die Lebenswelten der Jüngsten.

Ursula Weixlbaumer-Norz, Geschäftsführerin, kids&fun consulting

Green Mountain

Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen

Wir sollten nicht dieselben Fehler im Umgang mit der Generation Alpha machen wie bei der Gen Z. Diese junge Zielgruppe verdient frühzeitig Respekt und einen Dialog auf Augenhöhe. Trotz ihres jungen Alters hat sie bereits wirtschaftliche Krisen, eine Pandemie, Klimakrise, Kriege und einen politischen Rechtsruck erlebt.

Technologien wie Augmented Reality und Künstliche Intelligenz werden ihr Leben so prägen wie die Digitalisierung einst die GenZ und die junge Generation X. Bildung und Arbeitswelt verändern sich grundlegend – Gen Alpha wächst direkt in diese neuen Rahmenbedingungen hinein. Auch Nachhaltigkeit wird für sie wichtig, aber weniger moralisierend: Sie wird pragmatisch, alltagsnah und lösungsorientiert angegangen – aus der direkten Erfahrung mit den Folgen der Klimakrise heraus.

Werner Ott, Geschäftführer, The Green Mountain

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